Underground
Markus Gehrig nimmt mit seiner Skulptur Bezug auf die geologischen Besonderheiten der Region.
„Underground“ ist ein Fahrstuhl aus Edelstahl, der auf freiem Feld steht und durch seine gebräuchliche Größenabmessung als benutzbar erscheint. Jedoch ist die Tür geschlossen. Durch den Türspalt dringt das Licht der Kabine nach außen und deutet an, dass der Fahrstuhl zur Fahrt bereitsteht. Wie tief, wohin und zu welchem Zweck erschließt sich dem Betrachter nicht. Taster und Anzeige fehlen.
Seine solitäre Lage lässt den Fahrstuhl als absurdes Objekt in der Landschaft erscheinen, da er keinem Gebäude zuzuordnen ist und somit seine Sinnhaftigkeit in Frage gestellt werden kann. Der Fahrstuhl könnte Zugang zu einem unterirdischen Labyrinth sein. Das lässt Raum für Spekulationen. Was wurde hier entdeckt oder gebaut? Geht es um wissenschaftliche Forschung, ist es ein Zugang zu industriellen oder militärischen Anlagen, zu einer Zufluchtsstätte in Zeiten oberirdischer Bedrohung durch Terror, gesellschaftliche Konflikte oder Klimakatastrophen? Die Frage nach dem „Was“ unter der Oberfläche - abseits des Sichtbaren - passiert, drängt sich auf - lässt sich auch metaphorisch deuten. Der physische kann auch ein psychischer Raum sein.
Skulptur von Markus Gehrig
Markus Gehrig wurde 1974 in Heidelberg geboren.
Nach einer Ausbildung zum Bauzeichner studierte Markus Gehrig von 1999-2003 Architektur in Berlin und Karlsruhe. Nach seinem Diplomabschluss 2003 arbeitete er als freier Mitarbeiter in Architekturbüros in Stuttgart und Wien. Seit 2004 entstanden eigene angewandte künstlerische Arbeiten aus Metall, denen architektonische Grundzeichnungen zugrunde liegen, die aus einem minimalistischen Ausdruck gebauter Architekturen übertragen und neu interpretiert wurden.
Diese wurden bei Messeauftritten u.a. in Stuttgart, Köln, Wien, Zürich, Venedig, Paris, London, Miami und New York präsentiert.
Seit 2016 studiert Markus Gehrig an der Akademie der bildenden Künste Stuttgart bei Prof. Udo Koch. Mit seinen aktuellen Arbeiten distanziert sich der Künstler von funktionalen und formal- ästhetischen Anwendungsbegriffen aus seinen früheren Arbeiten und findet zu einer Auseinandersetzung mit rein künstlerischen Inhalten. Dabei legt er sich weder auf ein bestimmtes Material, noch auf eine bestimmte technische Arbeitsweise fest.
Die meist konzeptuellen Arbeiten von Markus Gehrig sind manchmal sehr leise in der Wahrnehmung, zeigen einen subtilen Eingriff in das Gewohnte, eine unterschwellige Veränderung im alltäglichen Bild. Eine Art Fehler im System, den es zu entdecken gilt (23,5° / 2017). Weitere Arbeiten sind situativ-konfrontative Rauminterventionen, die teilweise als begehbare Raumskulptur (Exit /2016) oder Installation (Der Mann trägt Netz / 2017) häufig die Besonderheit eines Gebäudes oder die Topografie eines Ortes zum Ausgangspunkt nehmen (Underground /2018).
Markus Gehrig lebt und arbeitet in Stuttgart und Dossenheim.
Weitere Infos zum Künstler finden Sie unter www.markusgehrig.de
- Erbaut 2019
- 2,5 x 1,75 x 4 m
- Edelstahl, Licht