Sculpture for the road
Nino Maaskola fertigte für „Sculpture for the road“ zwei großformatige Aluminiumgüsse. Diese 1,8 m hohen Aluminiumplatten werden zerbrochen, um vier großformatige Stelen entstehen zu lassen.
Die Zufälligkeit in der Entstehung der Gussoberfläche wird durch die Komponente der Zufälligkeit des Bruchs noch verstärkt. Die genauen Bruchstellen lassen sich im Detail nicht vorausplanen. Maaskola spielt hier auf verschiedene Weise mit den Gesetzmäßigkeiten des Materials Aluminium.
Die gebrochenen Aluminium-Stelen werden mit Stiften zur Halterung im Boden versehen. Die Oberflächenstruktur der Abgüsse findet sich in der Unregelmäßigkeit des Blattwerks des Waldes wieder; die Aluminiumgüsse gehen durch ihre Struktur und Farbigkeit in der Baumlandschaft auf, verschmelzen mit ihr.
Ab einer gewissen Größe hat ein Stein eine andere Erfahrbarkeit, wir nehmen seine Präsenz verändert wahr. So erlangen die wuchtigen Stelen von „Sculpture for the road“ eine eigene Präsenz im Raum. Mit diesem Phänomen spielt Nino Maaskola ganz bewusst: Die klaren Formen der Güsse säumen den Radweg, ihre Größe lässt sie wie ein Tor in eine andere Welt wirken. Hat der Besucher dieses erste Tor passiert, sieht er sich einem zweiten gegenüber.
Diese Wegstrecke, die Distanz der beiden Tore zueinander, bildet den ganzen Erfahrungsraum der Skulptur. Die Entfernung zwischen den Toren wird zu einem eigenen Raum. Wenn der Besucher sich auf diesen Weg begibt, soll er ein besonderes Bewusstsein entwickeln, Eindrücke der Natur intensiv aufnehmen und die Welt in Relation zu sich selbst bewusst wahrnehmen.
Skulptur von Nino Maaskola
Nino Maaskola wurde 1983 in Marburg geboren.
Er studierte von 2009 bis 2015 Freie Kunst und Bildhauerei an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Karlsruhe als Meisterschüler bei Prof. Harald Klingelhöller.
Der Meisterschüler gießt Metall, darunter zumeist Aluminium, Messing und Kupfer. Maaskola ist fasziniert vom Übergang eines Zustandes in einen anderen. Der junge Bildhauer will die Essenz des Materials für sich einfangen und den Prozess des Werdens und den Wandel des erstarrenden Materials sichtbar machen.
Er fertigt großformatige Skulpturen, die in die Erde gegossen sind - die Form entsteht direkt in der Erde. Die Struktur der ausgehobenen Erdform lässt in der Haut des Abgusses eine archaisch-erdige Struktur entstehen. Der Prozess sorgt für eine heterogene Oberfläche, die die Spuren des Erdreichs abbildet, Strömungen und Verwirbelungen des abkühlenden Metalls nachzeichnet – und auch Erde verbrennt, sodass sich im hellen Metall schwarze Spuren ausprägen. Erdeinschlüsse bilden Muster heraus, Wirbelstrukturen entstehen. Maaskola spricht von einer „Guss-Choreographie“ im Entstehungsprozess. Seine Skulpturen gießt er ausschließlich selbst.
Die großformatigen Metallskulpturen zeigen eine klare Formensprache. Die formale Strenge der Werke wird durch das Wissen um den „zufälligen“ Entstehungsprozess ihrer Oberfläche negiert. Dieser Entstehungsprozess lässt verleiht ihnen vielmehr eine Wirkung von Ruhe und Erdung.
Weitere Infos zum Künstler finden Sie unter www.nino-maaskola.de
- Erbaut 2019
- L 0,15 x B 0,35 x H 1,8 m
- Aluminium