Ohne Titel (Bank)
Eine surreale Szene schafft der Bildhauer Andreas Blank mit einem sechs Meter langen Arrangement.
Zwei aus hellem Quarzit gesägte Bänke und ein Koffer aus schwarzem Basalt sind korrespondierend angeordnet.Den Radfahrer werden die Bänke sicherlich zur Rast einladen, der herrenlose Koffer hingegen wirft Fragen auf. Mit der Wahl des Standortes nahe der Eisenbahnlinie verstärkt der Künstler diesen Eindruck. Wann mag der Zug eintreffen, wessen Habseligkeiten stehen hier?Die Anwesenheit dessen, der sein Reisegepäck wie zufällig abgestellt oder vergessen zu haben scheint, ist nicht mehr nachvollziehbar. Man mag sich an Samuel Becketts Stück „Warten auf Godot“ erinnert fühlen, in dem das unaufhörliche Warten dargestellt wird, das Warten abseits oder außerhalb der Zeit.
Das im Kontrast von Hell und Dunkel gestaltete Arrangement mag ebenso an die letzten Worte des Stückes von Beckett erinnern: ,,Gehen wir!“ Die darauf folgende Regieanweisung beschreibt das Vernarren in Unbeweglichkeit: ,,Sie gehen nicht von der Stelle“. Der Koffer lässt sich keinen Zentimeter bewegen und hat Wurzeln geschlagen. Die Eisenbahn fährt vorbei und wird Bestandteil der absurden Szenerie - das Warten erweist sich als vergeblich.
Skulptur von Andreas Blank
Andreas Blank wurde im Jahr 1976 geboren.
Nach seiner Ausbildung als Bildhauer begann er 2001 sein Studium an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Karlsruhe bei Prof. Harald Klingelhöller.
2003 wirkte er mit einem Werk beim Skulpturenpark Tuttlingen mit. 2002 wurde er mit dem Förderpreis für Bildende Kunst der Stadt Ansbach und 2004 mit einem Stipendium der Studienstiftung des Deutschen Volkes ausgezeichnet.
Weitere Infos zum Künstler finden Sie unter www.andreasblank.com
- Erbaut 2005
- L 6 m, Gewicht: 750 kg
- Basalt und Quarzit