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NRIO (Natürlich Radfahren Im Odenwald)

In die Formgebung von „NRIO“ sind alle 14 verzeichneten Radwege der Odenwald-Region eingeflossen. Alle geografischen Besonderheiten, Gabelungen und Wegbiegungen hat Franziska Jaschek in Formen abstrahiert und in Metallrohre biegen lassen.

Der eingezeichnete Startpunkt des jeweiligen Radwegs ist auf allen Formen Teil der vierzehnteiligen Grundform. Jede Form weist ein Schild mit herausgelasertem Ortsnamen an der geografisch korrekten Stelle auf. Je nachdem, ob der Startpunkt an einer Ecke oder einer Kante der Form liegt, ist diese jeweils Teil der Grundform der Skulptur. Ausgehend von dieser Grundform werden alle Radwegformen gleichmäßig nach oben hin zusammengeschweißt, bis ein komplexes geschlossenes Formennetz, ein großformatiger Skulpturenkörper entsteht.

Der Prozess ist analog zu Jascheks Arbeit mit dem Material Stoff, den die Künstlerin oft gebraucht: Die Metallstäbe bilden die „Nähte“ der einzelnen Formen. Es findet eine Verwandlung vom zweidimensionalen Kartenmaterial hin zur dreidimensionalen und für den Betrachter haptisch erfahrbaren Skulptur im Raum statt.

Die Farbgebung der Metallrohre greift das Grau des Radweg-Asphalts auf und spiegelt durch ihren leichten Schimmer die Farben der Umgebung wieder. Der Titel „NRIO“ geht zurück auf die Broschüre „Natürlich Radfahren“, die alle Informationen rund um die Radfahrwege der Region Odenwald vereint. Sie bildet die Grundlage für die Skulptur, da das gesamte
Kartenmaterial der Broschüre entnommen wurde.

Skulptur von Franziska Jaschek

Der Künstler

Franziska Jaschek wurde 1993 in Miltenberg geboren.

Franziska JaschekFranziska Jaschek studierte bis 2017 Bildende Kunst (Bildhauerei) an der Akademie der Bildenden Künste Nürnberg bei Prof. Marko Lehanka und schloss 2017 als dessen Meisterschülerin ab.

Die Bildhauerin sucht die systematische Auseinandersetzung mit Kunst: Sie nimmt konkret Bezug auf Dinge, Räume, Orte oder Formen der alltäglichen Lebenswelt, untersucht deren Gegebenheiten und macht diese Berechnungen und Pläne zum Ausgangspunkt ihrer großformatigen Skulpturen.

Im künstlerischen Prozess entstehen aus genähten Skulpturenhüllen neue dreidimensionale Formen: Hierzu nutzt Jaschek das Material Stoff, dessen Flexibilität sie sehr schätzt. Stoff kann sich verformen und auf leichte Weise eine vollkommen neue Form und Ästhetik im Raum annehmen.

Die Künstlerin bringt die zweidimensionalen Zeichnungen durch das Zusammennähen der einzelnen Stoffbahnen in eine dreidimensionale Gestalt. Diese neu geformten großformatigen und eigenwilligen Gebilde erlangen so eine ihnen ganz eigene Präsenz im Raum.

Über die Skulptur
  • Erbaut 2019
  • L 3,6 x B 2,1 x H 2,9 m
  • Metallrohre (ø 48,3 mm) mit Zinkstaub-Farbe grundiert und lackiert